Toll, ein neues Spielzeug

Seit letztem Freitag besitze ich ein Tevion IWR 294 Internet Radio.

Dieses Radio bietet einem alles was man von einem Internet Radio erwartet.

Dazu gehört:

  • WLAN mit WPA/WPA2 (IEEE 802.11b/802.11g)
  • LAN via RJ45 Stecker
  • normales UKW Radio (RDS)
  • USB 2.0 Medien Leser für USB Sticks (leider laut Hersteller nur maximal 2GB, wobei ich es mit grösseren Medien noch nicht probiert habe, ob es nicht doch funktioniert).
  • Pflege der Radiosender über die Website des Plattformherstellers.

Lieferbar ist es in weiss und schwarz, wobei ich mich für die, meiner Meinung nach edlere, schwarze Variante entschieden habe.

Die Inbetriebnahme geht relativ unspektakulär von statten. Auspacken, einstecken, einschalten und geh... nein, moment geht nicht. Mein WLAN verfügt nämlich zusätzlich zur WPA2 Verschlüsselung noch über einen MAC Filter (ja, der bringt nicht viel, ist aber dennoch aktiv).

Also die grosse Suche nach der MAC Adresse. Auf der Schachtel ist schon mal nichts. Auf dem Gerät ebenfalls nicht. Man muss hierzu die Konfiguration des Netzwerks im Menü verlassen und auf die Systeminformationen des Geräts wechseln. Dort findet man dann die MAC Adresse.

Nachdem diese Hürde genommen war, gestaltete sich die restliche Inbetriebnahme gänzlich unspektakulär, lediglich bekommt man beim eingeben des WPA2 Keys einen leichten Krampf in den Fingern, sofern man sich für die Variante mit dem Drehrad entscheidet. Man kann den Key zwar auch per Fernbedienung einstellen, doch das war mir als Grobmotoriker dann doch ein wenig zu umständlich.

A propos Fernbedienung. Diese hat ein gefühltes Gewicht als ob sie aus Gußstahl gefertigt wurde und ist somit recht solide. Die Tasten sind jedoch leider Folientaster, weshalb deren Haptik ein wenig leidet. Alles in allem liegt die Fernbedienung jedoch sehr gut in der Hand und hat bei mir nahezu 180° Einfallwinkel, was ich bei einer Infrarot Fernbedienung als sehr gut empfinde.

Nach den ersten Tests konnten mein Freund Chris und ich logischerweise nicht umhin das Gerät auch von Innen auf Herz und Nieren zu untersuchen.

Den Schraubendreher gezückt und losgelegt.

Die Rückseite ist mit ein paar Schrauben gesichert und recht schnell abgenommen.

Auf den Ersten Blick präsentiert sich das Gerät noch relativ schlicht in seinem Holzgehäuse, man sieht zwei Platinen und fragt sich, wieso das Gehäuse so groß ist.

Gehäuse offen, Rückansicht Die Platine ist zum Glück nicht besonders gesichert, weshalb man sie einfach nach hinten herausziehen kann. Vorsicht jedoch beim Flachbandkabel, welches zum Display an die Vorderseite geht, diese Dinger sind sehr empfindlich und brüchig. Das Kabel der Stromversorgung des Displays (das schwarze links) und der Stecker der Lautsprecher (rot-schwarz, rechts) sind dank ihrer Stecker einfach nach oben abzuziehen und schon ist die Platine frei.

Die "Hauptplatine" am Boden beherbergt jedoch lediglich die Anschlüsse für LAN, USB und die diversen Audio Konnektoren sowie deren Widerstände und Kondensatoren und sind daher relativ uninteressant, die komplette Logik muss sich also woanders verstecken.

Logikplatine des Chorus2 mit Abdeckung. Schnell vermutet man, dass alles unter der schönen Blechverkleidung auf der kleinen Platine befindet, welche auf die Hauptplatine aufgesteckt ist. Lustigerweise kleben auch ausgerechnet auf dieser Verkleidung vier Aufkleber mit der MAC Adresse der WLAN Karte, irgenwie erschliesst sich uns der Sinn der Anbringung an dieser Stelle nicht wirklich, weshalb wir einen dieser Aufkleber auch sogleich abgezogen und auf die Rückseite des Gehäuses geklebt haben. Nun ist die MAC Adresse immer im Blick. Auf dem Bild haben wir zum Größenvergleich eine Zigarette danebengelegt. Die MAC Adresse haben wir logischerweise als paranoide Technikfreaks aus den Bildern entfernt.

Der kleine Chip auf der rechten Seite fühlt sich für das WLAN zuständig und ist mit der Bezeichnung "000B60 B543A5 V2LXH2 LBWA-EP" vermutlich verwandt mit dem LBWA18HEPZ der Firma SyChip, welche eine Tochter der Murata Manufacturing Co. ist. Doch dies ist nur eine Vermutung.

Aufmerksam wurden wir jedoch auf den Aufdruck oben links auf der Platine, dort steht "FS0040-2 Venice 6 FS0040-3.1", kurz nach Venice 6 gegoogelt stößt man sofort auf die Firma www.frontier-silicon.com ... moooment mal, diese Website kennen wir doch irgendwoher, richtig. Dort kann man seine Senderliste online pflegen. Interessant!

Es wird Zeit den Deckel abzunehmen und herauszufinden was sich darunter an Chips verbirgt.

Venice 6 - unter der Haube

Den Deckel kann man relativ leicht mit einem spitzen Schraubendreher abhebeln ohne Schaden anzurichten, da er nur aufgeclippt ist. Zum Vorschein kommen zwei große Chips, von denen einer sich als Frontier Silicon Chorus2 (FS1020G-F G1H282.1 C0932B) und der andere als ISSI (IS42S16800E). Details zu Ersterem findet man auf der Hersteller Homepage, zur kompletten Venice 6 Plattform findet man dort auch noch einige Informationen, wie z.B. die Presseerklärung zur Markteinführung im Jahre 2007 die Detailinformationen zum verbauten Venice 6 Modul sucht man leider vergebens, lediglich für Version 6.2 liegen dort Datenblätter bereit.
Bei dem IS42S16800E handelt es sich um ein 128MB großes SDRAM Modul, welches als Arbeitsspeicher dient. Das Datenblatt bezieht man direkt vom Hersteller (Es sind 61 Seiten).Venice 6 ohne Abdeckung
Ebenfalls auf der Platine befindet sich noch ein Chip mit der Bezeichnung "A829XAC FS1110G E", welcher den UKW Empfang steuert, ebenfalls aus dem Hause Frontier Silicon stammt und auf den klangvollen Namen Apollo 2 hört. Zu diesem Chip sind leider auch keine Datenblätter verfügbar, jedoch findet man welche zum Vorgänger, dem Apollo 1. Angetrieben wird der Apollo 2 von einem 16,384 Mhz Quartz, so wie sein Vorgänger. Das Herzstück, also die CPU, scheint ein kleiner Atmel zu sein. Namentlich auch als 45DB321D-SU T/R SOIC8 X bekannt.

Tips & Tricks und was alles gefragt wurde

Da ich in den letzten Tagen etliche E-Mails zum Thema Tevion IWR 294 bekommen habe und irgendwie zur inoffiziellen Anlaufstelle zu diesem Radio mutiere, möchte ich die Antworten logischerweise auch hier darlegen.

Henning fragt:
Hallo Cyberspectrum, ich habe mir auch obiges Radio gekauft und habe viel Spass damit! Frage; habt ihr bei der Öffnung des Gerätes einen Hinwies darauf gefunden, wie sich die Beleuchtung des Drehrades abschalten lässt? Das Display soll natürlich weiter leuchten... :-)
Danke und Grüße, Henning

Leider ist mir keine Möglichkeit bekannt, mit der man die Beleuchtung des Drehrads unabhängig von der Displaybeleuchtung deaktivieren kann.

Egon fragt:
Hallo und guten Morgen, ich habe vor Weihnachten ebenfalls einen Weckradio bei Hofer-das ist der österreichische Aldi-gekauft. Der Radio läuft hier unter der Bezeichnung Tevion IWR 394. Bei der Konfiguration für WLAN ist uns nun ein Fehler unterlaufen. Leider haben wir vergeblich eine Resettaste an dem Gerät gesucht, um die Werkseinstellung wieder herzustellen. Auf dem Display erscheint unveränderbar - PC is waiting for wizard........ Das Gerät lässt sich nun auch nicht mehr an diesem selber noch mit der Fernsteuerung bedienen. Es lässt sich auch nicht bei dem ON und Off-Schalter ausschalten, sondern man kann dies nur noch mit dem Hauptschalter an der Rückseite des Gerätes tun. Glaubt Ihr, daß es eine Möglichkeit gibt, das Zurücksetzen auf den Werkszustand mit der Fernsteuerung zu bewerkstelligen? Schön wäre, wenn Ihr vielleicht eine Idee habt.
Danke und viele grüße aus Tirol Egon

Die beschriebene Meldung ist mir noch nie unter gekommen. Solltest du dich vertippt haben (IWR 394 ist nicht unser IWR 294) und in der Tat das IWR 294 besitzen, so kannst du im Allgemeinen mit der linken Pfeiltaste auf der Fernbedienung im Menu zurück ins Hauptmenu. Dort solltest Du dann ins System menu wechseln, wo du dann auch das Zurücksetzen finden wirst.

Georg fragt:
Hallo, habe mir das IWR 294 Internetradio von Tevion gekauft. Wenn ich über Kopfhörer Internetradio bzw. Musik von meiner Netzwerkplatte höre ist der Ton verzerrt. Über Lautsprecher ist es etwas besser. Woran kann das liegen ? Soll ich das Gerät umtauschen ? Vielen Dank für ihre Antwort.
MFG G. Thomas

Ein leichtes Rauschen ist leider bei diesem Gerät normal. Eine "Verzerrung" kann ich jedoch nicht erkennen.
Es könnte jedoch sein, dass bei dir das bekannte Problem mit der WLAN Antenne reinspielt. Siehe hierzu die Frage von Torsten

Werner fragt:
Hallo, mit Interesse habe ich Euren Artikel über das Internetradio IWR 294 von Aldi gelesen. Auch ich habe seit ein paar Tagen 2 Geräte. Eins in schwarz, eins in weiß. Die Inbetriebnahme war sehr einfach. Allerdings ärgere ich mich über gelegentliches Knistern bei geringer Lautstärke. Wenn man die WLAN-Antenne bewegt, verändert sich das Knistern ein wenig. Habt Ihr auch schon dieses Problem gehabt? Wenn ja, was kann man dagegen mache? Wäre schön, wenn ich eine Antwort bekommen könnte. Viele Grüße, Werner

und Torsten fragt in etwa dasselbe:
Hallo, habe den Bericht über das IWR 294 gelesen. Bin auch im Besitz des Gerätes. Eigentlich eine ganz passable Sache. Lediglich beim Betrieb ist ein Knistern und Knacken zu hören. Empfinde ich vor allem bei ruhigeren Passagen in einem Musikstück bzw. bei leisem Abspielen als nervend. Ist das Problem bei Ihnen auch aufgetreten bzw. haben Sie evtl. eine Ahnung woher das kommen könnte? Ist das ein generelles Problem bei WLAN-Radios? Bin für jede Info dankbar. Überlege mir nämlich ob ich das Teil zurückgeben soll.
Gruß Torsten

Das ist ein sehr bekanntes Problem bei diesen Geräten.
Das "Knacken" im WLAN Radio resultiert von einer etwas mangelhaften Schirmung der WLAN Antenne.
Die Einzige Möglichkeit dieses zu beheben ist, die WLAN Antenne in Richtung des Geräts entweder mit Alufolie abzuschirmen oder aber die Antenne so zu drehen, dass sie einen maximalen Abstand zum Radio bekommt.
Eine andere Alternative wäre logischerweise die Schirmung der Komponenten zu verbessern, was jedoch löten im Gerät und somit den Garantieverlust bedeuten würde.

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